10.11.2008 Opferhilfe Schwerin informiert
"Jeder kann Opfer werden" -
Beratung für Betroffene von Straftaten
"Nicht nur jetzt in der dunklen Jahreszeit kann jeder Opfer einer Straftat werden, auch wenn die meisten unter uns diese Möglichkeit verdrängen", sagt Klaus Schmidt von der Opferhilfe Schwerin. "Es kann jeden, ebenso
Angehörige, Freunde, Nachbarn und mich selbst treffen. Betroffener einer Straftat zu werden, ist eine Erfahrung, die das Leben von einem Tag zum anderen verändern kann."
Das Ausmaß der Erschütterung wird oft erst nach der Tat deutlich und wirkt manchmal ein Leben lang nach. Angst, Misstrauen, Sorgen, Phobien, Selbstvorwürfe bestimmen dann den Alltag. Familie und Freunde möchten helfen, stehen dem aber nicht selten
hilflos gegenüber.
Die Opferhilfe Schwerin
Hier setzt die Opferhilfe an. Die Opferhilfe Schwerin - Beratungsstelle für Betroffene von Straftaten steht all denjenigen offen, die mit ihren Erlebnissen nicht allein bleiben und fachlich-kompetente Hilfe in Anspruch nehmen möchten. Fast immer
haben die Betroffenen mit psychischen Problemen zu kämpfen. Die Schweriner Opferhilfe in Trägerschaft der Evangelischen Jugend bietet psychosoziale Beratung, Entlastungsgespräche bis hin zur Bearbeitung traumatischer Erfahrungen. Hauptsächlich geht es
um Straftaten wie Körperverletzung, Bedrohung und Belästigung. In letzter Zeit haben auch Fälle von Mobbing und Stalking zugenommen.
Wer kann zur Opferhilfe kommen?
Willkommen sind natürlich die Opfer selbst, aber auch Angehörige, Freunde und Zeugen einer Straftat. Die Ratsuchenden erhalten daneben Informationen über ihre Rechte und Möglichkeiten der finanziellen Unterstützung. Betroffene können auch zu
Zeugenaussagen vor Gericht begleitet werden. Die Opferhilfe ist für die Kreise Parchim, Ludwigslust, Nordwestmecklenburg und Schwerin Ansprechpartner.
Nicht alle kommen sofort
Die Mehrzahl der Betroffenen nimmt nicht sofort Kontakt zu uns auf, sondern erst nach zwei, drei Tagen, Wochen oder gar erst nach einigen Jahren. Das ist so unterschiedlich wie die Art der Gründe, die sie zur Opferhilfe führen. Dem einen reicht schon
ein kurzes Gespräch, eine andere kommt regelmäßig wieder.
Vermittlung an Fachdienste
Wenn es notwendig ist, werden die Betroffenen an andere Fachberatungsstellen, Opferanwälte oder Therapeuten, die dem Netzwerk der Opferhilfe bekannt sind, weiter vermittelt. Es existiert auch ein guter Kontakt zur Polizei. Bei Bedarf werden auch
andere Fachkräfte der Integrierten Beratungsstelle der Evangelischen Jugend mit herangezogen. Die Beratung erfolgt kostenlos und ist selbstverständlich vertraulich. Jeder kann auf Wunsch anonym bleiben.
Kontakt:
Opferhilfe Schwerin
Am Packhof 8
19053 Schwerin
Tel. 0385 / 550 75 00
Klaus Schmidt
Dipl. Sozialpädagoge
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