10. September 2010  
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17.05.2010 Vorgestellt


Ein Leben für den Spielmannszug

Gerhard Oettle für den Kunst- und Kulturpreis 2009 des Landkreises Parchim vorgeschlagen (6)

Gerhard Oettle steht seit 38 Jahren an der Spitze des Parchimer Spielmannzuges. Er gibt den Ton an, er rührt die Trommel, er baut Brücken zwischen Generationen – und das seit Jahrzehnten. Gerhard Oettle (61) steht seit 1972 an der Spitze des Spielmannzuges des SV „Einheit 46“ Parchim.

Mehr als 200 Kinder und Jugendliche mögen es gewesen sein, denen er in dieser Zeit den musikalischen Weg gewiesen und sie zumindest ein Stück begleitet hat. „Eine genaue Zahl weiß ich nicht, ich habe keine Statistik geführt“, sagt Oettle bescheiden. Es gab und gibt zu viel anderes, was die Vereinsarbeit bestimmt. Die musikalische Ausbildung steht an erster Stelle. Wissen und Erfahrungen weiterzugeben, ist für den Parchimer eine Herzenssache. Er selbst kam bereits 1959 in den Kinderspielmannszug an der Goethe-Schule. „Das war vorprogrammiert. Schließlich gehörte schon mein Vater Mitglied dem Spielmannszug an“, erinnert sich Oettle an seine Zeit als kleiner Trommler.

Heute sind seine Kinder mit dabei, wenn die derzeit 45 Spielleute im Alter von zehn bis 60 Jahren üben und zu Auftritten fahren. Allein 20 Veranstaltungen werden es in diesem Jahr sein, an denen der Spielmannszug teilnehmen wird. Traditionell gehören das Stadtfest, die Einkaufsnacht sowie das Behindertensportfest in Parchim dazu. Musikalische Glückwünsche überbringen die 45 Musiker in rot-weißer Kleidung zum 850. Geburtstag der Landeshauptstadt. Auch Erntefeste, Umzüge und das 20. Spielleutetreffen in Neubrandenburg stehen im Terminkalender. „Da ist eine Menge zu organisieren“, weiß Gerhard Oettle, der das Ensemble 20 Jahre lang auch dirigiert hat. „Man muss sich um die Finanzierung kümmern, Verträge schließen und kontinuierlich um Nachwuchs werben.“ Dafür stellen die Spielleute an Schulen der Stadt Instrumente vor, laden zu ihren Auftritten ein und können eindrucksvoll vermitteln, dass so ein Musikzug weit mehr im Repertoire hat als die klassischen Märsche. Diese und modernere Klänge, wie z. B. Samba-Rhythmen, begeistern das Publikum, wo immer der Parchimer Spielmannszug auftritt. Gerhard Oettle hat daran einen immensen Anteil. „Ohne sein Engagement wäre das gesellschaftliche Leben vor allem in der Parchimer Region unpersönlicher und gefühlsärmer. Ein so lebendiges und vielfältiges bürgerschaftliches Engagement, wie es Gerhard Oettle vorlebt, hat eine enorme Bedeutung für die örtliche Gemeinschaft“, sagt Ingolf Ehrhardt, Vorsitzender des SV „Einheit 46“ Parchim. Er hat den langjährigen Leiter des Spielmannszuges und Ehrenpräsidenten der Spielleute im Landesturnverband MV für den Kunst- und Kulturpreis 2009 des Landkreises Parchim vorgeschlagen. „Gerhard Oettle ist jemand, der seinesgleichen sucht. Er steht dafür, dass das kulturelle und künstlerische Erbe unseres Spielmannzuges, der zu den ältesten und traditionsreichsten Vereinen in Mecklenburg gehört, bewahrt und an junge Menschen weitergegeben wird.“

Kunst- und Kulturpreis im Landkreis Parchim
Der Kunst- und Kulturpreis, dotiert mit 1.000 Euro und einer silbernen Medaille, wird während einer Festveranstaltung am 31. Mai im Solitär der Kreisverwaltung Parchim vergeben. Mit der Auszeichnung werden seit zehn Jahren kulturelle und künstlerische Leistungen von Einzelpersonen und Gruppen, die im Landkreis Parchim zu Hause sind, gewürdigt. Eine Jury entscheidet über die eingereichten Vorschläge aus den Bereichen Film, Musik, darstellende und bildende Kunst, Literatur, Denkmalpflege sowie Heimatpflege und Volkskunst. Für die diesjährige Preisvergabe wurden acht Vorschläge unterbreitet.
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