11. März 2010  
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2010-01-27 Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus

Wie in jedem Jahr wurde auf Beschluss des Kreistages Parchim eine Gedenkfeier für die Opfer des Nationalsozialismus veranstaltet.

Kreistagspräsidentin Stein (links) und Teilnehmer der Gedenkveranstaltung vor der Crivitzer Kapelle

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Am 27. Januar fand die Gedenkstunde, zu der Kreistagspräsidentin Gudrun Stein eingeladen hatte, mit den SchülerInnen der 11. Klassen im Gymnasium Crivitz statt.
Neben Kreistagspräsidentin Gudrun Stein und Landrat Klaus-Jürgen Iredi waren Mitglieder des Kreistages sowie der Bürgermeister der Stadt Crivitz Ullrich Güßmann anwesend.

Einleitend las Gastredner Mattias Hofmann, Leiter des Medienbildungsprojektes der Stadt Lübz, aus dem Buch „Meine Zeit mit Anne Frank“ von Miep Gies. Die Niederländerin gehörte zu den Menschen, die Anne Frank sowie ihrer Familie halfen, während des Zweiten Weltkrieges unterzutauchen. Nach dem Krieg übergab sie die Tagebücher von Anne Frank ihrem Vater. Am Abend des 11. Januar 2010 verstarb Frau Gies im Alter von 100 Jahren.

Anhand der ausgewählten Zitate führte Mattias Hofmann den überwiegend jugendlichen Zuhörern vor Augen, was Juden durften bzw. nicht durften:
- Sie mussten einen 5-zackigen handgroßen gelben Judenstern tragen.
- Sie mussten ihre Fahrräder abgeben.
- Sie durften nicht zwischen 8 Uhr abends und 6 Uhr morgens auf die Straße gehen.
- Sie durften sich nicht auf öffentlichen Plätzen aufhalten.

Gudrun Stein sprach über die grausame Zeit der Massenvernichtung. Dabei zitierte sie Herrn Dr. Fritz Rohde, der den Zug der KZ-Häftlinge auf dem Todesmarsch durch Crivitz ziehen sah. Er nahm ein grausames Bild von unterernährten, geschwächten Frauen und Männern war.

Constanze Block, Mitglied des Medienbildungsprojektes der Stadt Lübz, führte das Theaterstück „Der Kaktus“ auf. Inhaltlich ging es um eine junge Frau, die an den Ort ihrer Kindheit zurückkehrte und einen Kaktus sah. Diese Topfpflanze gehörte einem Juden, dem es im Grunde nicht gestattet war, Topfpflanzen zu halten. Obwohl das Mädchen nichts von dem Besitz erzählen durfte, berichtete sie in ihrem Ghetto über das Gesehene. Als sie später den Juden besuchen wollte, war er bereits von den Nazis geholt worden – nur weil er in Besitz einer Topfpflanze war!

Nach Abschluss der Aufführung begaben sich die Teilnehmer zur Kranzniederlegung vor die Gedenkkapelle auf dem Friedhof in Crivitz. Sechs SchülerInnen der 11. Jahrgangsstufe begleiteten die Teilnehmer auf dem Friedhof. Die Pietà in der „Kapelle des Todesmarsches“ ist von dem Crivitzer Bildhauer Wieland Schmiedel gestaltet. Die Vertreter aller Fraktionen des Kreistages legten Gestecke nieder.

Geschichte
Der Gedenktag an die Opfer des Nationalsozialismus wurde seit dem 3. Januar 1996 durch den öffentlichen Aufruf des Bundespräsidenten Roman Herzog eingeführt und auf den 27. Januar festgelegt, da zu diesem Zeitpunkt die sowjetischen Soldaten die Überlebenden des Konzentrationslagers Auschwitz befreiten. Hier wurden in den Jahren von 1940 bis 1945 mehr als eine Million Menschen verfolgt, gequält und ermordet. Als Symbol für diesen Völkermord steht das Konzentrationslager Auschwitz.
Am 1. November 2005 erklärte die Generalversammlung der Vereinten Nationen den 27. Januar in einer Resolution offiziell zum internationalen Holocaustgedenktag.

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