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06.10.2009 Stabsstelle Regionalentwicklung informiert


“BUGA-Erfolg hat viele Väter”

Außenstandorte ziehen positive Bilanz: Deutlich mehr Besucher / Bekanntheitsgrad gestiegen / Minister würdigt Engagement des Landkreises Parchim

Kurz vor Ende der erfolgreichen Bundesgartenschau 2009 in Schwerin können auch die Außenstandorte im Landkreis Parchim eine positive Bilanz ziehen: Es wurden spürbar mehr Besucher registriert. Der Bekanntheitsgrad der Region zwischen Lewitz, Sternberger Seenlandschaft und Plauer See ist deutlich gestiegen. Die Organisatoren hoffen jetzt auf eine nachhaltige Wirkung und somit auf mehr Touristen in der Zukunft.

Ein letztes Treffen mit BUGA-Maskottchen Fiete: Vertreter von Außenstandorten und der Kreisverwaltung Parchim besuchten am 1. Oktober noch einmal die Bundesgartenschau in Schwerin.


Im größten Kräutergarten Mecklenburgs, in Wangelin, geht ein erfolgreiches Gartenjahr seinem Ende entgegen. Im Sommer wurde das zehnjährige Bestehen dieser grünen Oase unweit des Plauer Sees gefeiert. Ein schönes Geschenk im Jubiläumsjahr sind deutlich höhere Besucherzahlen. “Es ist natürlich schwer zu zählen, wie viele Gäste den Wangeliner Kräutergarten gezielt als Außenstandort der Bundesgartenschau besucht haben”, sagt Kräuterhexe Wera Bluhm. Befragungen unter den Besuchern hätten jedoch ergeben, dass ein Zuwachs von 30 Prozent auf die BUGA-Beteiligung zurückzuführen ist.

Nicht anders erleben es die Parchimer. Unter dem Motto “Auf den Spuren der Zeit” hatten sie die Stadtentwicklung zum Thema ihrer BUGA-Aktivitäten gemacht. Ob Waldstadt, Skulpturenpark oder Alter Friedhof - das Interesse an der Kreisstadt sei immens gestiegen. Viele Reisebusse hätten die Stadt angesteuert, die touristische Infrastruktur habe eine gute Auslastung erfahren, sagt Günter Wrede, Fachbereichsleiter Bau und Stadtentwicklung in Parchim. Eine Vielzahl von Veranstaltungen wurde angeboten. Und angenommen. “Allein die Stadtführungen durch den Heimatbund nutzten 1100 Besucher. Das sind fast doppelt so viele wie sonst.” Insbesondere Individualtouristen haben sich auf Spurensuche in der Stadt gemacht. Neun zusätzliche Führungen auf dem Alten Friedhof wurden von 170 Besuchern genutzt, um die nach ihrer Umgestaltung zur Parklandschaft einmalige Anlage in Mecklenburg-Vorpommern zu erleben. Impulse habe es auch von den Einwohnern gegeben, so Wrede. “Parchimer Kleingärtner spendeten unzählige Dahlien, die jetzt im Bürgerbeet am Plümperwiesenweg farbenfrohe Akzente setzen.” Wrede geht von einer nachhaltigen Wirkung der Parchimer BUGA-Projekte aus.

Stefanie Knippenberg, Projektmitarbeiterin im Amt Banzkow, zog für den BUGA-Außenstandort Lewitz eine beeindruckende Bilanz.Auf Nachhaltigkeit setzen auch die Marketingstrategen in der Lewitz. Zwar sei der erhoffte Boom ausgeblieben. “Wir konnten aber deutlich mehr Gäste in der Region begrüßen. Und die waren begeistert. Viele wollen gern wieder in die Lewitz kommen”, weiß Stefanie Knippenberg vom Amt Banzkow. Die Ferienunterkünfte der Region seien komplett ausgebucht gewesen. Zeitweise habe man Gäste sogar anderswo unterbringen müssen, resümiert sie. Zu echten Anziehungspunkten entwickelten sich der Norddeutsche Kinderbauernhof in Zietlitz bei Sukow oder auch das Ausflugsschiff “Lewitz-Kieker Albert” aus Plate. Die Zahl der Abfahrten erhöhte sich hier um 30 Prozent. Weniger gut lief es auf dem Pingelhof. “Hier wäre mehr Werbung nötig gewesen”, räumt Knippenberg ein. Auch der Umland-Flyer hätte deutlich früher fertig sein müssen, um Interessierte gezielt auf die Attraktionen jenseits der “Sieben Gärten mittendrin” hinzuweisen, sagt sie.

Unterm Strich hat sich die BUGA gelohnt - auch für die sechs Außenstandorte und drei Regionalprojekte im Landkreis Parchim. Das Schaufenster der Regionen wurde durch das außerordentlich große Engagement vor Ort, aber auch durch gebündelte Aktivitäten wie die sehr erfolgreichen Tage der Regionen geöffnet, schätzt BUGA-Geschäftsführer Jochen Sandner ein. “Es ist ein Netzwerk entstanden, das in Zukunft eine Zusammenarbeit auf Augenhöhe möglich macht.”

Günther Matschoß, 1. Stellvertreter des Landrates des Landkreises Parchim, nahm von Minister Till Backhaus eine Ehrenurkunde entgegen.Auf Synergieeffekte setzt Dr. Till Backhaus, Minister für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz. “Der Bekanntheitsgrad vieler Orte hat sich maßgeblich erhöht. Standorte von herausragender Bedeutung wie beispielsweise die Slawensiedlung in Groß Raden, der Kräutergarten Wangelin oder auch die Klosteranlage in Dobbertin wurden sehr gut angenommen”, sagte Backhaus anlässlich des Abschlusstreffens von rund 100 Vertretern der BUGA-Umlandprojekte am 1. Oktober in Schwerin. Die größte Anziehungskraft haben aus Sicht des Ministers Schlösser und Gärten im Land gehabt. Deutlich aufgewertet wurden jedoch auch Regional- und Korrespondenzprojekte wie die Sternberger Seenlandschaft und der Naturpark Nossentiner/Schwinzer Heide. “Das ist wichtig für die Tourismusbranche. Zuwachsraten von 9,5 Prozent bei Übernachtungen bescherten Hotellerie und Gastronomie im Land gute Mitnahmeeffekte”, so Backhaus. “Die BUGA hat einen wichtigen Beitrag geleistet für die Entwicklung des schönsten Bundeslandes der Welt”, meinte der Minister und verwies auf über 40 Millionen Euro an Förderung, die das Land für BUGA-Vorhaben bereitgestellt hat. 2,1 Millionen Euro aus dem Programm zur “Entwicklung ländlicher Räume” kamen Teilprojekten der Außenstandorte zugute. Und weil, wie Backhaus bemerkte, der Erfolg viele Väter habe, würdigte der Minister während der Veranstaltung vor allem das Engagement der Landkreise Parchim, Nordwestmecklenburg und Ludwigslust für die Bundesgartenschau in Schwerin. Bereits 2003 hatten sich 61 Projekte bei der BUGA GmbH beworben, von denen letztlich 15 Außenstandorte - maßgeblich in den drei genannten Landkreisen - ausgewählt worden waren. Der 1. Stellvertreter des Landrates, Günther Matschoß, nahm stellvertretend für die Region die Ehrung entgegen.


Umlandprojekte Bundesgartenschau 2009, Landkreis Parchim

  • Stadtentwicklung Parchim
  • Erlebnisregion Vorbeck
  • Landschaftsschutzgebiet Lewitz
  • Klosteranlage Dobbertin
  • Naturpark Nossentiner/Schwinzer Heide
  • Sternberger Seenlandschaft
  • Freilichtmuseum Groß Raden
  • Schlössertour Landkreis Parchim
  • Kräutergarten Wangelin
     

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