31. Juli 2010  
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08.03.2010 Kreisstraßenmeistereien


Noch keine Pause für den Winterdienst

Viele Kreisstraßen in gutem Zustand / Mehrkosten für notwendige Reparaturen erwartet / Streusalzeinsatz bislang auf Vorjahresniveau

Sichtbare Schäden gibt es im Landkreis Parchim u.a. an der Uferstraße nach Retgendorf. Der anhaltende Winter und seine Folgen sind eine Herausforderung. Nach Schnee und Eis machen jetzt Fahrbahnschäden den Kraftfahrern zu schaffen. Die Parchimer Kreisstraßenmeisterin kann dennoch recht zufrieden sein: „In der Summe sind unsere Kreisstraßen in einem relativ guten Zustand“, sagt Sabine Wellnitz.

„Seit Anfang des Winters haben wir mit Mischgut Fahrbahndecken ausgebessert, um die Verkehrssicherheit zu gewährleisten und größere Schäden zu verhindern“, blickt die Kreisstraßenmeisterin auf die vergangenen Wochen zurück. Gänzlich verhindern konnten die Mitarbeiter der Straßenmeistereien des Landkreises Parchim Schlaglöcher und Risse aber nicht. Es seien schon mehr als in den Vorjahren, schätzt Wellnitz ein. „Der Zustand ist allerdings nicht so gravierend wie andernorts“, sagt sie. Trotzdem werden die Reparaturen den Etat der Straßenmeisterei spürbar belasten: 80.000 Euro sind für jeden der Standorte (Crivitz, Dargelütz und Lübz) jährlich allein für Material eingeplant. Nach dem langen Winter dieses Jahres rechnet Sabine Wellnitz mit Mehrkosten von rund 50 Prozent. Die können auch bezahlt werden, wenn Kreistag und Rechtsaufsicht den Haushalt für 2010 bestätigen: Zum ersten Mal sieht der Etat einen Ansatz von 600.000 Euro vor. Bislang, so Wellnitz, mussten die Kreisstraßenmeister mit 400.000 Euro pro Jahr zurechtkommen.

Zusätzliche Verkehrszeichen weisen in den Schwerpunktbereichen auf Straßenschäden hin. 420 Kilometer lang ist das Streckennetz, für das 24 Mitarbeiter der kreislichen Straßenmeistereien verantwortlich zeichnen. Die Kollegen des Winterdienstes sind seit Neujahr in Dauerbereitschaft. Sie haben im Kampf gegen Schnee und Eis ein im Vergleich zu den Vorjahren doppelt so großes Arbeitspensum bewältigt. Zusätzlich sorgt eine eigene Kolonne für kontinuierliche Straßenreparaturen, sagt Wellnitz. Trotzdem gebe es Bereiche, in den die Schäden deutlich größer seien. Dazu gehören die Uferstraße nach Retgendorf, die Ortslagen Kreien und Kritzow sowie Straßen im Raum Borkow und Mustin. „Hier ist ein größerer Aufwand nötig“, meint Sabine Wellnitz.

Entsprechend der Verkehrsbedeutung werden diese Schäden nach und nach beseitigt – bei laufendem Verkehr. Noch verwenden ihre Mitarbeiter dafür so genannten Kaltasphalt. Vermutlich ab Ende April kommt dann eine Bitumenemlusion mit Split zum Einsatz. „Das hängt jedoch von den Witterungsbedingungen ab“, sagt Sabine Wellnitz. Auf ihrem Computer beobachtet sie das Wetterradar. Bis Mitte März rechnet die erfahrene Straßenmeisterin mit leichten Nachtfrösten. Und somit zunächst mit weiteren Einsätzen des Winterdienstes.

Jürgen Golowinski und Hans Wohner von der Straßenmeisterei in Crivitz reinigen einen Durchlass an der Kreisstraße 1. So kann das Schmelzwasser ungehindert abfließen.Dabei haben die Straßenwärter eine Menge anderes zu tun. Unzählige Durchlässe müssen in diesen Tagen gereinigt werden, um den Ablauf von Wasser zu gewährleisten. Ausgefahrene Bankette sind aufzufüllen. Leitpfosten brauchen dringend eine Reinigung. Auch das Lichtprofil in den von Bäumen gesäumten Straßen hätte längst hergestellt werden sollen. „Das haben wir jetzt auf den Herbst verschoben. Das neue Bundesnaturschutzgesetz lässt Baumpflegearbeiten aus Gründen des Naturschutzes nur bis zum 1. März zu.“ Mit Blick auf den Schutz vor allem der Alleen kann Sabine Wellnitz feststellen, dass trotz des langen Winters nicht übermäßig viel Streusalz auf die Straßen kam. 1200 Tonnen werden für alle drei Straßenmeistereien des Landkreises insgesamt eingeplant – bislang wurden 1300 Tonnen verbraucht. „Im Vordergrund stand angesichts der Schneemengen die Räumung der Straßen. Streusalz kam bei Bedarf nur morgens zum Einsatz“, sagt Sabine Wellnitz. Auch Engpässe in der Belieferung hätten sich ausgewirkt – das Vorratssilo in Crivitz war an so manchen Tagen leer ...

     

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