08.03.2010 Kreisstraßenmeistereien
Noch keine Pause für den Winterdienst
Viele Kreisstraßen in gutem Zustand / Mehrkosten für notwendige Reparaturen
erwartet / Streusalzeinsatz bislang auf Vorjahresniveau
Der
anhaltende Winter und seine Folgen sind eine Herausforderung. Nach Schnee und
Eis machen jetzt Fahrbahnschäden den Kraftfahrern zu schaffen. Die Parchimer
Kreisstraßenmeisterin kann dennoch recht zufrieden sein: „In der Summe sind
unsere Kreisstraßen in einem relativ guten Zustand“, sagt Sabine Wellnitz.
„Seit Anfang des Winters haben wir mit Mischgut Fahrbahndecken ausgebessert,
um die Verkehrssicherheit zu gewährleisten und größere Schäden zu verhindern“,
blickt die Kreisstraßenmeisterin auf die vergangenen Wochen zurück. Gänzlich
verhindern konnten die Mitarbeiter der Straßenmeistereien des Landkreises
Parchim Schlaglöcher und Risse aber nicht. Es seien schon mehr als in den
Vorjahren, schätzt Wellnitz ein. „Der Zustand ist allerdings nicht so gravierend
wie andernorts“, sagt sie. Trotzdem werden die Reparaturen den Etat der
Straßenmeisterei spürbar belasten: 80.000 Euro sind für jeden der Standorte
(Crivitz, Dargelütz und Lübz) jährlich allein für Material eingeplant. Nach dem
langen Winter dieses Jahres rechnet Sabine Wellnitz mit Mehrkosten von rund 50
Prozent. Die können auch bezahlt werden, wenn Kreistag und Rechtsaufsicht den
Haushalt für 2010 bestätigen: Zum ersten Mal sieht der Etat einen Ansatz von
600.000 Euro vor. Bislang, so Wellnitz, mussten die Kreisstraßenmeister mit
400.000 Euro pro Jahr zurechtkommen.
420
Kilometer lang ist das Streckennetz, für das 24 Mitarbeiter der kreislichen
Straßenmeistereien verantwortlich zeichnen. Die Kollegen des Winterdienstes sind
seit Neujahr in Dauerbereitschaft. Sie haben im Kampf gegen Schnee und Eis ein
im Vergleich zu den Vorjahren doppelt so großes Arbeitspensum bewältigt.
Zusätzlich sorgt eine eigene Kolonne für kontinuierliche Straßenreparaturen,
sagt Wellnitz. Trotzdem gebe es Bereiche, in den die Schäden deutlich größer
seien. Dazu gehören die Uferstraße nach Retgendorf, die Ortslagen Kreien und
Kritzow sowie Straßen im Raum Borkow und Mustin. „Hier ist ein größerer Aufwand
nötig“, meint Sabine Wellnitz.
Entsprechend der Verkehrsbedeutung werden diese Schäden nach und nach
beseitigt – bei laufendem Verkehr. Noch verwenden ihre Mitarbeiter dafür so
genannten Kaltasphalt. Vermutlich ab Ende April kommt dann eine Bitumenemlusion
mit Split zum Einsatz. „Das hängt jedoch von den Witterungsbedingungen ab“, sagt
Sabine Wellnitz. Auf ihrem Computer beobachtet sie das Wetterradar. Bis Mitte
März rechnet die erfahrene Straßenmeisterin mit leichten Nachtfrösten. Und somit
zunächst mit weiteren Einsätzen des Winterdienstes.
Dabei
haben die Straßenwärter eine Menge anderes zu tun. Unzählige Durchlässe müssen
in diesen Tagen gereinigt werden, um den Ablauf von Wasser zu gewährleisten.
Ausgefahrene Bankette sind aufzufüllen. Leitpfosten brauchen dringend eine
Reinigung. Auch das Lichtprofil in den von Bäumen gesäumten Straßen hätte längst
hergestellt werden sollen. „Das haben wir jetzt auf den Herbst verschoben. Das
neue Bundesnaturschutzgesetz lässt Baumpflegearbeiten aus Gründen des
Naturschutzes nur bis zum 1. März zu.“ Mit Blick auf den Schutz vor allem der
Alleen kann Sabine Wellnitz feststellen, dass trotz des langen Winters nicht
übermäßig viel Streusalz auf die Straßen kam. 1200 Tonnen werden für alle drei
Straßenmeistereien des Landkreises insgesamt eingeplant – bislang wurden 1300
Tonnen verbraucht. „Im Vordergrund stand angesichts der Schneemengen die Räumung
der Straßen. Streusalz kam bei Bedarf nur morgens zum Einsatz“, sagt Sabine
Wellnitz. Auch Engpässe in der Belieferung hätten sich ausgewirkt – das
Vorratssilo in Crivitz war an so manchen Tagen leer ...
|