11. März 2010  
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18.01.2010 Kreisstraßenmeisterei


Doppelschichten gegen den Schnee

Straßenmeistereien im Landkreis Parchim sorgen für gute Fahrt auf 420 Kilometern

Sabine Wellnitz ist zufrieden. Als eine der wenigen Frauen an der Spitze von Straßenwärtern kann die Kreisstraßenmeisterin des Landkreises Parchim für ihr 420 Kilometer fassendes Fahrbahnnetz einen guten Zustand konstatieren.

Mit moderner Technik sorgen die Mitarbeiter der Kreisstraßenmeisterei Parchim für eine gute Fahrt im ländlichen Bereich.Kreis- und Landesstraßen zwischen Schweriner und Plauer See waren auch nach den Schneefällen und Verwehungen, die das Sturmtief „Daisy“ den Mecklenburgern bescherte, schnell geräumt. Dennoch ist das Team der kreislichen Straßenmeisterei mit Dienststellen in Crivitz, Dargelütz und Lübz ständig im Einsatz. Damit Berufs- und Schülerverkehr freie Fahrt haben, teilen die 24 männlichen Kollegen von Sabine Wellnitz sich die Schichten auf den zwölf Fahrzeugen mit Schiebeschild und Streuaufsatz für Feuchtsalz. Krank werden darf in solchen Wintertagen natürlich niemand, räumt die Straßenmeisterin ein. Schließlich müssen Ruhezeiten und Pausen auch und gerade bei widrigen Witterungsbedingungen eingehalten werden. Eine Frage der Sicherheit, damit auch alle anderen Verkehrsteilnehmer sicher fahren können. Die kreislichen Straßenwärter fahren seit vielen Jahren unfallfrei. Dass einer ihrer Fahrer im Schnee stecken geblieben ist – daran kann sich Sabine Wellnitz ebenfalls nicht erinnern. Wohl aber an Kraftfahrer, die zuweilen nicht schnell genug am Winterdienst vorbei kommen können. „Ich wünsche mir insgesamt mehr Rücksicht untereinander. Eine Witterung, wie wir sie jetzt erleben, ist doch nicht ungewöhnlich. Es ist Winter. Nur viele haben verlernt, damit umzugehen. Bei Schnee und Eis muss man einfach mehr Zeit einplanen“, appelliert die Kreisstraßenmeisterei an die Autofahrer.

Straßenwärter Jörg Scheel ist mit seinem Unimog im Amtsbereich Ostufer Schweriner See unterwegs.Ihre Freude über die eigentlich traumhafte Winterlandschaft wird im Moment nur durch einen Aspekt getrübt: Die Kosten, die jetzt anfallen, schmälern das Budget der Kreisstraßenmeisterei – immerhin 600.000 Euro sind für 2010 geplant. „Geld, das jetzt raus geht, wird uns im Sommer für Straßenreparaturen fehlen.“ Abstriche am Winterdienst auf kreislichen Straßen gibt es aber nicht, egal, wie lange Schnee liegen bleibt.

Viele Kraftfahrer, aber auch Fußgänger in den Dörfern, schätzen die Arbeit des Winterdienstes. Sie machen Platz für die großen Fahrzeuge, nicken den Fahrern freundlich zu. Auch Lob gibt es immer wieder, freut sich Jörg Scheel. Der Straßenwärter räumt mit einem Unimog U 400, der erst im Sommer in Dienst gestellt wurde, im Amt Ostufer die Straßen. Nicht immer ist das ganz einfach. „Manche Anwohner fegen den Schnee vom Gehweg einfach auf die gerade geräumte Straße. Besser wäre es, am Bordstein den Schnee anzuhäufen. Solch ein kleiner Wall schützt den Weg auch vor Verunreinigungen, wenn wir in den Orten die Straßen räumen“, sagt Scheel. Und es gibt Stellen, an denen kräftiger Wind die Straßen wieder und wieder unpassierbar macht. Zum Beispiel in Borkow und Mustin, Zittow und Retgendorf. Solche Schwerpunkte, so die Kreisstraßenmeisterin, werden durch die Einsatzleiter regelmäßig inspiziert. Per Telefon erfolgt von unterwegs der Räumauftrag an die Straßenwärter. „Zittow und Retgendorf waren nach dem starken Wind komplett dicht. Es gab an einigen Stellen Verwehungen von 1,80 Meter Höhe“, erinnert sich Jörg Scheel. Für ihn und sein 178 PS-starkes Gefährt mit Allradantrieb ist das aber kein Problem. Die moderne Technik mit schwenkbaren Seitenräumern lässt den Schnee nur so an den Fahrbahnrand fliegen.

Die Vorräte gehen zur Neige: Das Feuchtsalzsilo in Crivitz ist fast leer. Nachschub wird täglich erwartet. Feuchtsalz komme erst bei Glätte zum Einsatz, sagt Sabine Wellnitz. Eine weise Entscheidung, denn momentan ist das 50 Tonnen fassende Vorratssilo in Crivitz fast leer. „Wir warten täglich auf Nachschub, Engpässe bei der Belieferung machen sich inzwischen bemerkbar.“ 1200 Tonnen Auftaumittel sind für diesen Winter geplant und bestellt. Kreisweit wurden bislang rund 300 Tonnen Salz verbraucht, sagt Sabine Wellnitz, die seit 1974 im Straßendienst tätig ist.
 

 

 

Die Vorräte gehen zur Neige: Das Feuchtsalzsilo in Crivitz ist fast leer. Nachschub wird täglich erwartet.

     

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