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18.01.2010 Kreisstraßenmeisterei
Doppelschichten gegen den Schnee
Straßenmeistereien im Landkreis Parchim sorgen für gute Fahrt auf 420
Kilometern
Sabine Wellnitz ist zufrieden. Als eine der wenigen Frauen an der Spitze
von Straßenwärtern kann die Kreisstraßenmeisterin des Landkreises Parchim für
ihr 420 Kilometer fassendes Fahrbahnnetz einen guten Zustand konstatieren.
Kreis-
und Landesstraßen zwischen Schweriner und Plauer See waren auch nach den
Schneefällen und Verwehungen, die das Sturmtief „Daisy“ den Mecklenburgern
bescherte, schnell geräumt. Dennoch ist das Team der kreislichen
Straßenmeisterei mit Dienststellen in Crivitz, Dargelütz und Lübz ständig im
Einsatz. Damit Berufs- und Schülerverkehr freie Fahrt haben, teilen die 24
männlichen Kollegen von Sabine Wellnitz sich die Schichten auf den zwölf
Fahrzeugen mit Schiebeschild und Streuaufsatz für Feuchtsalz. Krank werden darf
in solchen Wintertagen natürlich niemand, räumt die Straßenmeisterin ein.
Schließlich müssen Ruhezeiten und Pausen auch und gerade bei widrigen
Witterungsbedingungen eingehalten werden. Eine Frage der Sicherheit, damit auch
alle anderen Verkehrsteilnehmer sicher fahren können. Die kreislichen
Straßenwärter fahren seit vielen Jahren unfallfrei. Dass einer ihrer Fahrer im
Schnee stecken geblieben ist – daran kann sich Sabine Wellnitz ebenfalls nicht
erinnern. Wohl aber an Kraftfahrer, die zuweilen nicht schnell genug am
Winterdienst vorbei kommen können. „Ich wünsche mir insgesamt mehr Rücksicht
untereinander. Eine Witterung, wie wir sie jetzt erleben, ist doch nicht
ungewöhnlich. Es ist Winter. Nur viele haben verlernt, damit umzugehen. Bei
Schnee und Eis muss man einfach mehr Zeit einplanen“, appelliert die
Kreisstraßenmeisterei an die Autofahrer.
Ihre
Freude über die eigentlich traumhafte Winterlandschaft wird im Moment nur durch
einen Aspekt getrübt: Die Kosten, die jetzt anfallen, schmälern das Budget der
Kreisstraßenmeisterei – immerhin 600.000 Euro sind für 2010 geplant. „Geld, das
jetzt raus geht, wird uns im Sommer für Straßenreparaturen fehlen.“ Abstriche am
Winterdienst auf kreislichen Straßen gibt es aber nicht, egal, wie lange Schnee
liegen bleibt.
Viele Kraftfahrer, aber auch Fußgänger in den Dörfern, schätzen die Arbeit
des Winterdienstes. Sie machen Platz für die großen Fahrzeuge, nicken den
Fahrern freundlich zu. Auch Lob gibt es immer wieder, freut sich Jörg Scheel.
Der Straßenwärter räumt mit einem Unimog U 400, der erst im Sommer in Dienst
gestellt wurde, im Amt Ostufer die Straßen. Nicht immer ist das ganz einfach.
„Manche Anwohner fegen den Schnee vom Gehweg einfach auf die gerade geräumte
Straße. Besser wäre es, am Bordstein den Schnee anzuhäufen. Solch ein kleiner
Wall schützt den Weg auch vor Verunreinigungen, wenn wir in den Orten die
Straßen räumen“, sagt Scheel. Und es gibt Stellen, an denen kräftiger Wind die
Straßen wieder und wieder unpassierbar macht. Zum Beispiel in Borkow und Mustin,
Zittow und Retgendorf. Solche Schwerpunkte, so die Kreisstraßenmeisterin, werden
durch die Einsatzleiter regelmäßig inspiziert. Per Telefon erfolgt von unterwegs
der Räumauftrag an die Straßenwärter. „Zittow und Retgendorf waren nach dem
starken Wind komplett dicht. Es gab an einigen Stellen Verwehungen von 1,80
Meter Höhe“, erinnert sich Jörg Scheel. Für ihn und sein 178 PS-starkes Gefährt
mit Allradantrieb ist das aber kein Problem. Die moderne Technik mit
schwenkbaren Seitenräumern lässt den Schnee nur so an den Fahrbahnrand fliegen.
Feuchtsalz
komme erst bei Glätte zum Einsatz, sagt Sabine Wellnitz. Eine weise
Entscheidung, denn momentan ist das 50 Tonnen fassende Vorratssilo in Crivitz
fast leer. „Wir warten täglich auf Nachschub, Engpässe bei der Belieferung
machen sich inzwischen bemerkbar.“ 1200 Tonnen Auftaumittel sind für diesen
Winter geplant und bestellt. Kreisweit wurden bislang rund 300 Tonnen Salz
verbraucht, sagt Sabine Wellnitz, die seit 1974 im Straßendienst tätig ist.
Die Vorräte gehen zur Neige: Das Feuchtsalzsilo in Crivitz
ist fast leer. Nachschub wird täglich erwartet.
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